Die Iris



Woher stammt der Name „Iris“?

Der Name „Iris“ geht auf die gleichnamige Göttin zurück, die als Personifikation des Regenbogens und als Götterbotin eine wichtige Rolle in der griechischen Sagenwelt spielte.

Sich mit ihrem Wesen zu beschäftigen, ist sehr lohnenswert, verkörpert sie doch eine Reihe von zukunftsweisenden Eigenschaften.

Hierzu gehören Friedfertigkeit und das Harmonisieren von Gegensätzen. 

Iris

Was ist das Besondere an dieser Pflanze?

Sie zeichnet sich durch besondere Merkmale ihrer Wachstumsprozesse aus. Ihr Umgang mit dem Wasser und ihr außerordentlicher Farbenreichtum sind faszinierende Aspekte.

Vor allem die Hohen Bartiris sind Gegenstand einer einzigartigen Züchtungsaktivität, die zu zehntausenden von Sorten geführt hat.

Das Hauptland sind die USA, doch gibt es Züchter in vielen Ländern der Erde. 

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Weshalb ist ein goetheanistischer Zugang zur Pflanze so bereichernd?

Die von Goethe entwickelte Methodik, die Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, weiterführte, lenkt den Blick über Momentaufnahmen der Pflanze hinaus.

Die intensive ganzjährige Beobachtung ihrer Entwicklungsprozesse ermöglich es, sich den in der Pflanze wirkenden Kräften und damit ihrem Wesen zu nähern.

Dies beinhaltet auch, was Alexander von Humboldt an Goethe schrieb: „Die Natur muß gefühlt werden“. 

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Welche Rolle spielt die Pflanze in der abendländischen Kulturgeschichte?

Bereits im Altertum wurde die Pflanze nicht nur zur Zierde, sondern auch als Nutzpflanze verwendet, u.a. als Heilpflanze und zur Herstellung von Pflegemitteln.

Die heutige Medizin beachtet sie kaum noch, aber neueste Ergebnisse aus der Grundlagenforschung zeigen ihr großes Potential.

Sie ist eines der wichtigsten heraldischen Symbole. In der bildenden Kunst ist sie ein viel verwendetes Motiv, nicht zuletzt im Jugendstil.

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Was ist die Bedeutung von Farben und Düften in der Natur und wie ist das bei der Iris?

Farben und Düfte dienen den Pflanzen zur Erhaltung ihrer Art. Für uns sind sie eine Quelle der Freude. Der Farbenreichtum der Iris ist bekannt, doch ihre beiden Duftreiche sind selbst Gartenliebhabern oft verborgen.

Diese sind die Düfte der Blüten und des aus dem getrockneten Rhizom gewonnenen ätherischen Öls.

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Was zeichnet den Überlinger Irisfarbkreis aus?

Der Überlinger Irisfarbkreis zeigt durch geschickte Kombination von Irissorten zum ersten Mal während der Blütezeit von Mitte Mai bis Anfang Juni einen kreisförmigen Farbverlauf mit fließenden Übergängen zwischen den beiden Farbpolen Weiß und Schwarz.

Darüber hinaus ermöglicht er, den Düften der Iris auf „Nasenhöhe“ zu begegnen. Er kann erstmals im Jahr 2021 bei der Landesgartenschau in Überlingen am Bodensee erlebt werden.

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Welche Rolle spielt das Gärtnerischen in unserer Zeit?

Meine provokante These lautet: „Die Zukunft wird gärtnerisch sein oder sie wird nicht sein“. Die großen globalen Probleme unserer Zeit rufen nach einem radikalen Systemwandel.

Wenn wir dem nachsinnen, was einen lebendigen Garten ausmacht und was ein Garten mit uns macht, dann erkennen wir, das Gärten – im privaten wie im öffentlichen Raum – Antworten für erstaunlich viele Fragen bereithalten.

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